Gestern: Heiße Diskussion um die Hartmannhalle im Kulturausschuss

So viel Geld für kein Konzept

(PF) "Ich kämpfe für die Kultur in der Hartmannhalle. Wenn nötig bis zum Letzten!" Stadtrat Harald Krause stellte seinen Standpunkt zur Immobilie an der Fabrikstraße gestern beim Kulturausschuss klar. Die Gesellschaft zur Förderung der Musikkultur e.V. (SGFM) sihet das genauso.
  Vorsitzender Ronald Dietze: "Unser Konzept sieht nicht nur Konzerte, Theater- und Kleinkunstaufführungen vor. Wir planen auch Kulturproduktionen. Kleine Firmen, zum Beispiel aus dem Medienbereich, sollen sich hier ansiedeln." Das Problem: Die Chemnitzer Verwaltung befriedigt dieses Konzept überhaupt nicht. Petra Borges, gestern vor dem Ausschuss: "Die einbezogenen Verwaltungsbereiche und die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft gehen davon aus, dass es dem Verein nicht gelungen ist, ein schlüssiges und finanzierbares Konzept zu entwickeln." Im Klartext heißt das. Es fehlen Bedarfsanalysen, 


Streitpunkt im Kulturausschuss: die Hartmannhalle an der Fabrikstrasse                       BLICK-Fotos(3): Gleisberg

Vermarktungskonzepte, avisierte Partnerschaften und jede Menge Geld. Uwe Grötsch, Chef im Liegenschaftsamt. "Das ganze Projekt ist mit fünf Millionen Euro angesetzt. Klar, bin ich auch dafür, die Halle zu vermarkten. Nur fehlt dem Verein das Geld. Weder Einnahmen noch Endfinanzierung sind gesichert. Ein Finanzierungs- schreiben von einer Bank liegt auch nicht vor. So kann ich das   Geschäft nicht abschließen." 3,75 Millionen Euro wollte die SGFM aus dem Fördertopf für Revitalisierung von Brachflächen"; doch der Topf ist leer. Die 77.000 Euro Eigenmittel werden von der Stadt erwartet. Der Rest - 855.000 Euro - sollte von der Bank kommen. Jetzt muss der Stadtrat über das Konzept entscheiden. 

 

Quelle: Blick - 05.06.2002