Krisensitzung: Quo vadis, Voxxx?

  

CHEMNITZ - Mit dem Lichtspiel "Quo vadis?" stand die dringliche Frage " Was wird aus dem Voxxx?" schillernd im Raum.

  Die Voxxx-Vereine hatten am Montagabend Berufspolitiker, Stadträte, Kulturschaffende und Vermieter (Bundesvermögensamt) in ihr Domizil auf dem Chemnitzer Kaßberg eingeladen. man wollte gemeinsam über die Zukunft des alternativen Kultur- standortes nachdenken.
  Die Situation: Kostspielige Bau- und Sicherungsmaßnahmen ( ab 320.000 Euro aufwärts) sind nicht in Sicht. Über die Auflösung des Mietvertrages zum Jahresende wird bereits verhandelt.
  Voxxx-Künstler Steffen Volmer eröffnet den rund 80 Anwesenden ohne Umschweife: "Die Vereine haben das ihre getan, jetzt sind andere dran. Was wir hier machen, tun wir nicht für uns, sondern für die Stadt. Er persönlich könne sein Atelier zuschließen und gehen. 

  Kulturbürgermeisterin Barbara Ludwig sieht lediglich in der Teilung des Geländes noch einen winzigen Hoffnungsschimmer für die Erhaltung der Voxxx-Insel: "Dafür wäre jedoch eine völlig neue Entscheidung des Stadtrates notwendig." Für sie ist klar: "Dieses Jahr ist das Jahr der Entscheidung." Die drei Kultur-Abgesandten der Stadtratsfraktionen CDU, SPD und PDS sind restlos überfragt. Jaqueline Drechsler (SPD) möchte das Problem Voxxx lieber an höhere Volksvertreterinstanzen weiterreichen: "Es gibt auch noch Land- und Bundestagsabgeordnete, die Druck machen können." Das Gespräch soll in acht Wochen fortgesetzt werden.
  Ehe sich die Versammlung auflöste, wurde am Beispiel Kultur die Sparpolitik in Chemnitz erörtert. "comma"-Literaturmagazin-Macher Lars Neuenfeld brachte das Problem mit seiner Frage auf den Punkt: " Wie können wir Kürzungen auffangen?" Aber für solch praktischen Dinge schien sich keiner zu interessieren.                                                    hap

Kein Platz im Voxxx blieb leer. Dicht gedrängt verfolgten
die Gäste die Veranstaltung 
              Foto: Axel Petermann

Quelle: Morgenpost Chemnitz - 12.02.2003