Die Zukunft der Kulturfabrik Voxxx unsicherer denn je

Alteigentümer stimmten dem Verkauf bisher nicht zu - Sie wollen mehr Informationen zum Projekt und einen höheren Verkaufserlös

Eile tut not, um das Voxxx zu erhalten. Ende des Jahres läuft der 
Mietvertrag aus Sicherheitsgründen aus. 
- Foto: Archiv/Andreas Truxa

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Von Eveline Rössler
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Die Zukunft des Kulturzentrum Voxxx auf dem Kaßberg ist unsicherer denn je. Die Alteigentümer der Industriebrache haben einem Verkauf nicht zugestimmt. Damit ist die Eigentumsfrage wieder völlig offen. Das heißt im Klartext: Die Chancen auf Kauf und Sanierung der beliebten, aber maroden Kulturstätte sind zunächst einmal ein Stück in die Ferne gerückt.
  Diese bittere Pille musste am Montagabend Vereinschef Ulf Kallscheidt den vielen jugendlichen Anhängern in der gut gefüllten Kulturfabrik an der Horst-Menzel-Straße überbringen. Eigentlich sollte dieser Abend, der die Diskussion um die Zukunft des Voxxx fortsetzte, unter einem hoffnungsvolleren Stern stehen. Schließlich so Kallscheidt, hätten sich 4000 Freunde auf der Internetseite für den Erhalt des Voxxx ausgesprochen. Zwei Stadtratsfraktionen hätten zudem erreicht, dass die Stadt bis August ein Konzept vorlegen soll, wie mit dem gesamten Areal der früheren Brauerei umgegangen wird. Handlungsbedarf ergibt sich aus der Tatsache, dass der Mietvertrag Ende des Jahres aufgehoben werden soll. Zwar bekannte sich der Stadtrat bereits im vergangenen Jahrpolitisch zum Erhalt des Voxxx, indem er 125.000 Euro für den Kauf des  

Geländes im Haushalt einstellte, doch nun soll Klarheit über die Investitions- und Folgekosten geschaffen werden.
  Ob das aber alles Sinn macht? Zumindest sicherten Kulturamtsleiterin Petra Borges und Abgeordnete von SPD und PDS zu, sich mit dem Bundesvermögen- samt in Verbindung zu setzen, eventuell das Notsicherungsprogramm zu aktivieren und mit dem Liegenschaftsamt über realistische Kaufpreiswerte zu sprechen. Ermutigung kam aus dem Publikum selber: "Wir stehen hinter euch", sagten die jungen Leute, " und sind auch zu Arbeitseinsätzen bereit." Außerdem sollen mehr Sponsoren gesucht werden. Voxxx-Mitglied und Künstler Steffen Volmer: "Wir wollen erreichen, dass das ganze Karree, bei dem ja das Voxxx nur ein Teil ist, überplant und als einzigartiger Stadtteilkomplex ausgebaut wird."
  Relativierend auch die Aussage, die "Freie Presse" gestern vom Bundesvermögensamt erhielt: Die Alteigentümer haben zwar die Veräußerung abgelehnt, aber noch ist die Messe nicht gelesen. Die Ex-Eigentümer wollen auf jeden Fall mehr Informationen erhalten. Außerdem deuteten Sie an, dass der Kaufpreis zu niedrig sei. Das Bundesver- mögensamt will nun mit der Stadt über die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel sprechen.   

Quelle: Freie Presse - 30.04/01.05.2003