Voxxx hofft auf Geld 
von Minister Eichel

Wenn sich Stadt und Bund nicht einigen, gehen im Chemnitzer Voxxx 
am 31.Dezember 2003 die Lichter aus.    
                    Fotos: Peter Zschage

Chemnitz - Der Tag X für das Chemnitzer Voxxx: Am 31.12.2003 will der Eigentümer, das Bundesvermögensamt, das Mietverhältnis und damit die kulturelle Nutzung der ehemaligen Sicietäts-Brauerei durch die Vereine Ufer e.V. und OSCAR e.V. beenden.

  Das marode Gelände (16.000 Quadratmeter) soll schon seit Jahren komplett verkauft werden. Immer unter der Bedingung: Das Voxxx bleibt, wo es ist. Alle Interessenten sind abgesprungen, der letzte im vergangenen Herbst.
  Ein Schlag ins Voxxx-Kontor. Denn die Stadt hatte bereits - wie vereinbart - 125.000 Euro für den Ankauf der Voxxx-Gebäude bewilligt. Eine späte und vergebliche Liebesmüh . Zur Übertragung der Summe in den Haushaltsplan 2003 ist es gar nicht erst gekommen. Herbert Hartmann, Regierungsdirektor Bundesvermögensamt Chemnitz: "Aus meiner Sicht ist es nicht möglich, die Liegenschaft durch den Bund 

in Stand setzen zu lassen." Es sei denn, die Voxxx-Vereine könnten eine monatliche Kaltmiete von 3.500 Euro berappen. Diese Summe würde sich bei einer Investition von mindestens 330.000 Euro für unabdingbare Baumaßnahmen durch den Bund ergeben. Voxxx-Sprecher Ulf Kallscheidt: "Besser als dichtmachen. Alles was wir wollen, ist, unseren Job zu machen: Kultur in und für Chemnitz." Das Programm 2003 steht. Die Voxxx-Leute können fest mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung und des Sächsischen Musikrates rechnen.  Inzwischen ist auch Bundesfinanzminister Hans Eichel, Boss von Regierungsdirektor Hartmann, über das drohende Aus des einzigartigen Nachwende-Kulturprojektes informiert. Kallscheidt: "Wir warten täglich auf ein positives Signal."
  Das Signal aus dem Chemnitzer Rathaus lautet durchhalten. Kulturamts-Chefin Petra Borges: "Ich gebe das Voxxx nicht auf."

 Ch. Hamann-Pönisch

Quelle: Morgenpost Chemnitz - 08.01.2003