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Geschichte bis 1989


Die Brauerei “Altendorf” wurde bereits 1857 als eigenständiger Betrieb auf dem Areal des alten Stadtgutes “Storchennest” angelegt. 1873 wurde ihr der Name “1. Altendorfer Sozietätsbrauerei” durch die dritte Braugesellschaft gegeben. 1883 wurde sie von der Schlossbrauerei übernommen und zur Filiale dieser Brauerei ausgebaut. Ausgestattet mit den vorzüglichsten technischen Hilfsmitteln, verfügte sie über Kellereien, die bequem ein Viertel der gesamten Jahresproduktion (über 200.000 hl) fassten. Mehrere Tiefbrunnen von 50 bis 180 m Tiefe lieferten ausgezeichnetes Quellwasser in ausreichender Menge.
 
Zwischen den Jahren 1900 und 1905 verursachte ein Brand Veränderungen am Gebäude entlang der Horst-Menzel-Straße. Der Süd-Südöstliche Teil dieses Gebäudes erhielt ein Verbindungstreppenhaus vom Erdgeschoss über das Untergeschoss und dem anschließenden Tiefkeller.
 
Nach einem Brand 1903, bei welchem zwei Drittel des 1843 erbauten Haupthauses (Brau- und Sudhaus) zum Opfer fielen, erhielt dieses ein Stahlbeton-Tonnendach (1905) mit einer Spannweite von ca. 20 m, welches - neben den Kuppelbauten der Lutherkirche und des Krematoriums - zu den frühesten Stahlbetondachkonstruktionen in der Stadt Chemnitz zählt. 1904 wurde der gesamte Flaschenbiervertrieb mit großem Erfolg von der Schlossbrauerei in die Filiale verlagert. 1911 wurden an der Brauerei Um- und Anbauten vorgenommen. Der gesamt Bedarf an Flaschenbier wurde ab 1912 in Altendorf gebraut.

Im Jahre 1952 fiel die Brauerei entschädigungslos der Gebäudeverwaltung der Stadt zu und wurde seitdem kaum genutzt bzw. Stand teilweise lange leer.

Die weiträumigen Bierkelleranlagen, erstmals errichtet um 1848, müssen nach dem Abbruch der Hauptanlagen der Schlossbrauerei als derzeit letzten Bierkeller dieser Dimension gesehen werden und ist von größtem denkmalpflegerischen und öffentlichen Interesse.

1992 wird das mehrgeschossige Hauptgebäude und der zweigeschossige Tiefkeller der ehemaligen Societätsbrauerei in der Horst-Menzel-Straße 24 in die Denkmalliste des Freistaates Sachsen aufgenommen. Es stellt in großen Teilen ein fast vollständig erhaltenes Technisches Baudenkmal dar, der Zustand der Gebäude ist allerdings bedenklich.

Der Denkmalwert der historisch stillgelegten Brauereianlage als eine Sachgesamtheit ist als Kulturdenkmal gemäß Sächsischem Denkmalschutzgesetz 1993 registriert worden.